Auf der Suche nach Erfüllung

Auf der Suche nach Erfüllung bewegen wir uns im Spannungsfeld von Wünschen und Ängsten.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die konditionierten Verhaltensweisen keine wirkliche Befriedigung mehr bringen.
In verschiedenen spirituellen Traditionen geht man davon aus, dass durch unseren Ich-Entwicklungsprozess eine Trennung von Essenz - dem wahren Selbst entsteht.
Diese Schwächung von Urvertrauen erzeugt ein subtiles Gefühl von Mangel, das wir normalerweise gar nicht mehr wahrnehmen, aber unbewusst zu kompensieren versuchen.

Beim Selbsterforschungsprozess ist es wichtig, die automatischen Reaktions - und Vermeidungsmuster zu erkennen und den damit verbundenen Gefühlen zu begegnen.
Das Wissen über die Enneagrammtypen und ihre dynamischen Verbindungen hilft, unsere Eigenheiten zu erkennen und weshalb wir so handeln, wie wir handeln.
Dieser Erfahrungsprozess, bei dem "Kopf, Bauch und Herz" einbezogen werden, fördert Entspannung und Selbstregulierung. Gehaltene Energie und Kraft können wieder in Fluss kommen und genutzt werden, im Alltag und zur Entwicklung unserer Potenziale. 
Mit etwas Ausdauer vertieft sich dieser Prozess und öffnet uns wieder für den "weiten offenen Raum", in dem wir unsere Verbindung zur Essenz, unserem wahren Selbst erfahren können.
Essenzielle Qualitäten wie Frieden, Freude, Lebendigkeit bereichern unser Da-Sein mehr und mehr.


Eine kleine Anekdote von den Sufis:

Eines Nachts, unter dem Schein einer hellen Strassenlaterne, rutscht Nasrudin auf allen Vieren herum und sucht wie besessen nach etwas.
Er bemerkt gar nicht, wie ein Freund des Weges kommt.
Der fragt ihn: "Was tust du denn da?"
Nasrudin erwidert: "Ich suche meine Hausschlüssel."
Der Freund fragt ihn: "Hast du sie denn hier unter der Laterne verloren?"
Nasrudin antwortet ihm: "Nein, eigentlich dort drüben im dunklen Gebüsch, bei der Eingangstüre, aber hier im Licht  lässt sichs doch viel besser suchen."